Robert Saleh

Defensive Coordinator, San Francisco 49ers

Robert Saleh ist, wie ihr vermutlich alle mitbekommen habt, gestern zu einem zweiten Interview von den Jets eingeladen worden. Deswegen lassen wir uns natürlich auch nicht nehmen, diesen Kandidaten vorzustellen.

Robert Saleh ist 1979 in Dearborn, Michigan, als Sohn von libanesischen Einwanderern geboren. Von 1998 bis 2002 war Saleh Tight End bei der Northern Michigan University. Es hat für Ihn leider nicht zum Sprung in die NFL gereicht und er ist nach dem Abschluss in das Finanzwesen eingestiegen.

Embed from Getty Images

Anstelle jedoch im Finanzwesen zu bleiben, wo er einen sicheren und gut bezahlten Job hatte, entschied er sich dazu, diesen Werdegang aufzugeben und Football Coach zu werden. Er selbst sagt, dass ihm diese Einsicht kam, nachdem sein Bruder, der gerade seinen zweiten Tag in einem neuen Job im damaligen World Trade Center im 61. Stock angenommen hatte, sich aus den Ruinen retten konnte. 

Saleh begann also 2002 seine Coaching Karriere als Defensive Assistant bei der Michigan State University. 2004 wechselte er bereits zu der Central Michigan University und nur ein Jahr später zu der University of Georgia. 

Noch im Jahre 2005 bei Georgia machte er seinen Sprung in die NFL. Er wurde von den Houston Texans interviewt und nahm dort eine Stelle als Defensive Qualitiy Coach an. Er lernte dort unter dem ehemaligen Head Coach Gary Kubiak, heute Assistant Head Coach und Offensive Coordinator der Minnesota Vikings, und Defensive Coordinator Richard Smith, heute Linebackers Coach der Las Vegas Raiders. Bereits 2009 übernahm er den Posten des Linebackers Coach bei den Texans.

Im Februar 2011 wurde er von den Seattle Seahawks als Defensive Quality Control Coach unter Vertrag genommen. Er verbrachte drei Jahre bei den Seahawks unter Pete Carroll. In dieser Zeit gewannen die Seahawks den Superbowl und die Defense war unter keinem anderen Namen als die „Legion of Boom“ bekannt.

Nach der 2013er Saison wechselte er zu den Jacksonville Jaguars als Linebackers Coach unter Head Coach Gus Bradley, mit dem er bereits zusammengearbeitet hatte, da Bradley bis 2012 Defensive Coordinator der Seattle Seahawks war.

Kyle Shanahan verpflichtete Saleh dann 2017 als Defensive Coordinator. Den Posten hält er bis jetzt, stand 13.1.2021, 09:17 Uhr, inne. Die 49ers haben sich seitdem stetig verbessert und bestritten letztes Jahr den Superbowl. Laut Pro Football References hat die 49ers Defense wie folgt abgeschnitten: Sie haben Platz acht in zugelassenen Punkten belegt; Platz zwei in zugelassenen Yards und waren Platz zehn in Takeaways. Dieses Jahr haben die 49ers insgesamt nicht so gut abgeschnitten und sind wie bekannt nicht in den Playoffs. Die Defense war dennoch ganz oben dabei. Jedoch darf man nicht vergessen, dass die 49ers extrem mit Verletzungen der Spieler, auf beiden Seiten des Balles, zu kämpfen hatte.

Die Verpflichtung von Saleh als Head Coach würde ihn zum ersten, muslimischen Head Coach der NFL machen, was meiner Meinung nach ein tolles Zeichen setzen würde. Es sollte jedoch kein Entscheidungskriterium für eine Verpflichtung sein. Ein weiterer kleiner Fun Fact ist jedoch noch, dass er sehr gut mit der LaFleur Familie befreundet ist und Packers HC Matt LaFleur sogar sein Trauzeuge war. 

Fazit

Jetzt aber genug zu seinem Lebenslauf. Die Frage, die man sich stellt, ist ja letztlich: was macht Saleh zu einem guten Head Coach?!

Saleh ist genau der CEO-Typ den die Jets wollen. Er ist ein absoluter Players-Coach, der seine Spieler nicht anbrüllt oder unnötig benched, wenn sie underperformen. In Interviews mit den Spielern und mit Kyle Shanahan hört man immer wieder heraus, wie er durch gute Kritik seine Spieler anspornt, jedes Spiel ihr bestes zu geben. Außerdem darf man nicht vergessen, dass er seinen sicheren Job in der Finanzwelt aufgab, um Coach in der NFL zu werden. Dies zeigt, dass er den Sport liebt. Auch sein stetiger Aufstieg in der Karriere zeugt von gut gearbeiteter Leistung und Know-how, welches er mit bringt. Der Posten des Head Coaches ist ihm eigentlich sicher und ich persönlich hoffe sehr, dass es bei den Jets sein wird. Er dürfte genau der Leader sein, den sich Joe Douglas und die Johnsons wünschen. 

Einen kleinen Funfact hab ich für euch noch zum Abschluss herausgefunden, um noch einmal herauszukristallisieren, mit was für einer Passion er den Job ausübt: So hat nämlich der Get-Back Coach (wer diese Position nicht kennt, sollte sie auf jeden Fall mal googlen) während der Saison mehr zu tun gehabt, als der Get-Back Coach von Sean McVay. In diesem Sinne – lasst uns alle die Daumen drücken, dass die Vertragsunterzeichnung nicht mehr allzu lange dauert. 

Take Flight!

Fabian