Defensive Line

Starter

Folorunso Fatukasi, Quinnen Williams, Steve McLendon

Backup

Henry Anderson, Nathan Shepherd, Kyle Phillips, Jabari Zuniga, Bryce Huff

Roster Bubble

Jordan Willis

Longshot

Bronson Kaufusi, Sterling Johnson

Quinnen Williams

Unsere große D-Liner Hoffnung Quinnen Williams. Hat er Potential?! Absolut! Ich habe ihn bereits im College sehr gerne spielen sehen und bin heilfroh, ihn einen Jet nennen zu können. Dennoch hat er von seinem Potential nicht alles gezeigt. Es gibt meiner Meinung nach mehrere Gründe, woran das liegen kann. Erstens darf man nicht vergessen, dass er natürlich ein Rookie war und diese haben es in der Liga immer etwas schwer. Nicht zuletzt hatte Quinnen auch lange Zeit mit einer Sprunggelenksverletzung zu kämpfen, die Ihm dieses Jahr auch noch zugesetzt hat. Dennoch erwartet man sich natürlich von einem 3rd Overall Pick mehr Leistung als 14 Solo Tackles und 2,5 Sacks. Er hat dieses Jahr durchaus sein Potential unter Beweis zu stellen. Wer Quinnen jedoch in den sozialen Medien verfolgt, weiß, dass er nicht nur ein unglaublich sympathischer Kerl ist, sondern dass er auch fleißig trainiert und sehr gut in Form zu sein scheint. Mit dem Verlust seiner Spange sind jetzt wohl alle Ketten gesprengt, die diese menschliche Abrissbirne bisher zurückgehalten haben, sodass wir dieses Jahr bestimmt mehr von Ihm zu sehen bekommen werden.

Folorunso Fatukasi

Kommen wir nun zu einer meiner persönlich größten Überraschungen des Jahres mit einem absolut ungewönlichen Namen. Fatukasi wurde 2018 in sechster Runde von den Jets gedraftet und hat in seinem Rookie Year nicht gespielt. Dementsprechend niedrig waren auch die Erwartungen an ihn. Doch kaum steht der große Mann auf dem Platz, liefert er richtig ab. 26 Tackles und einen Sack generierte er letztes Jahr für das Team. Wer denkt, dass das jetzt vielleicht nach wenig klingt – seine Leistung würdigte PFF mit dem 10. besten Wert aller Defensive Linemen der NFL. Seine Stärken liegen ganz eindeutig in der Run Defense wo er sogar der fünftbeste der NFL war. Fatukasi hat gezeigt, dass viel Potential in ihm steckt und er war ein entscheidender Faktor, warum die Run Defense letztes Jahr so gut funktioniert hat.

Steve McLendon

Wer hält diese junge Truppe an D-Linern so zusammen? Es ist Veteran Steve McLendon. 2009 von den Pittsburgh Steelers als UDFA gesigned, spielt er nun seit vier Jahren für die Jets und das auch sehr erfolgreich. Der 34-jährige ist letztes Jahr alleine der zwölftbeste D-Liner der NFL gewesen und sogar der neuntbeste in der Run Defense laut PFF. Man muss dazu sagen, dass solche Zahlen keine Ausnahmen für McLendon sind. Die letzten vier Jahre, also seit dem er bei den Jets spielt, war er stets im oberen Drittel, wenn es um die Produktivität geht. Auch abseits des Feldes ist McLendon sehr produktiv und leitet sein eigenes, riesiges Trainings Center. Jeder im Team beschreibt ihn als unglaublich sympathischen Kerl, der eine gewisse Leaderrolle auch in sich hat. Wer sich fragt wovon ich rede, der braucht sich nur die erste Folge „One Jets Drive“ aus diesem Jahr ansehen. Man kommt gar nicht drum herum, diesen Kerl zu mögen.

Jabari Zuniga

Vielen stockte der Atem als Joe Douglas Jabari Zuniga in der dritten Runde des diesjährigen Drafts holte. Nicht etwa, weil Jabari Zuniga ein schlechter Spieler ist, doch es steckt uns allen noch das Polite-Trauma in den Knochen, der im Draft 2019 auch in dritter Runde von den Florida Gators zu den Jets ging. Ich möchte bei Polite auch gar nicht zu sehr ins Detail gehen, um auch keine Wunden wieder aufzureißen. Ich, als eingefleischter Florida Gators Fan, bin jedoch sehr optimistisch was Jabari Zuniga angeht. Er hatte in seinen drei Collegejahren elf Sacks und 19,5 TFL und das, obwohl er in seinem letzten Jahr, auf Grund eines Bruchs am Sprunggelenk, viele Spiele ausfiel. Ohne die Verletzung, sagen Experten, wäre Zuniga durchaus ein 2nd Round Talent oder sogar noch höher gewesen. Ich habe hohe Erwartungen an Zuniga, denke aber dass er diese vielleicht erst in der darauffolgenden Saison erfüllen wird, da er dieses Jahr Rookie ist und frisch aus einer Verletzung kommt.

Henry Anderson

Henry Anderson ist in seiner Karriere bisher nicht unbedingt immer durch gute Leistungen aufgefallen. 2018 wurde der ehemaliger Drittrundenpick der Indianapolis Colts eines Late Hits an Kicker Stephen Hauschka (Buffalo Bills) beschuldigt und musste sogar 2019 eine Strafe zahlen, da er auch Quarterback Josh Allen (Buffalo Bills) einen weiteren Late Hit verpasst hatte. In seinen 58 Spielen kommt Anderson auf insgesamt 118 Tackles und elf Sacks. Das sind bei weitem keine überragenden Zahlen und er wurde auf von PFF als 100. D-Liner von 119 bewertet. In 2019 kam Anderson, trotzdem er in 13 Spielen auf dem Feld stand, auf „nur“ 24 Tackles und null Sacks. Man darf jedoch auch nicht vergessen, dass Anderson auch in seiner sechsjährigen Karriere schon einiges durchmachen musste. Er erlitt 2015 eine Knieverletzung, die seine Saison früh beendete und 2017 erlitt er sogar eine Kehlkopffraktur. Er hat jedoch auch 2017 und auch 2018 bessere Saisons gehabt, was die Jets dazu brachte, ihn für drei weitere Jahre mit einem 25 Millionen US-Dollar Deal zu binden. War das die richtige Entscheidung?! Das wird sich zeigen, denn meiner Meinung nach hat er einiges zu beweisen in dieser Saison.

Kyle Phillips

Kyle Phillips ist ein UDFA, der 2019 von den Jets gesigned wurde. In seinem Rookiejahr spielte er in 15 Spielen und konnte tatsächlich zeigen, dass es anscheinend ein smarter Schachzug gewesen war, ihn zu signen. Er ist laut PFF auf Platz 58 von 103 D-Linern. Als wäre das für einen Rookie, der undrafted zu den Jets kam, nicht schon genug, ist er sogar letzte Saison der 15. beste in der Run Defense gewesen. Das sind durchaus vielversprechende Zahlen und ich könnte mir vorstellen, nicht das letzte Mal von Kyle Phillips etwas gehört zu haben.

Nathan Shepherd

Nathan Shepherd wurde 2018 von den Jets in dritter Runde gedrafted. Der gebürtige Kanadier wurde als second Round Talent gewertet und galt als sechstbester D-Liner im Draft. In seiner Rookiesaison wurde er laut PFF 72. von 122 D-Linern. Er ließ sich dann auf Grund einer Hernie behandeln und nutzte leider von der NFL verbotene Substanzen, um seine Heilung zu beschleunigen, was zur Folge hatte, dass er für die ersten acht Spiele gesperrt wurde. Ich könnte mir vorstellen, dass Shepherd dieses Jahr mehr Spielzeit bekommt.

Bryce Huff

Bryce Huff ist ein UDFA diesen Jahres. Der 1,85m und 118 Kilo Mann aus Memphis wurde von vielen Experten als Fünft-/Sechstrundenpick angesehen. Er ist wohl einer der vielversprechendsten UDFA, der seine Collegekarriere mit 136 total Tackles, davon 91 Solo Tackles, und 18 Sacks abschließen konnte. Besonders interessant ist, dass er sowohl auf der Defensive Tackle, als auch auf der Linebacker Position eingesetzt wurde. Ich gehe davon aus, dass er den Roster trotz der erschwerten Covid Situation machen wird. Gregg Williams mag Spielertypen, die flexibel einsetzbar sind und genau das ist auch Bryce Huff.

Jordan Willis

Ein ehemaliger Drittrundenpick der Bengals im Jahre 2017, der bereits nach zwei Jahren gecuttet wurde, nur um von den Jets gesigned zu werden. Man kann jetzt nicht unbedingt behaupten, dass er in seinem letzten Jahr erstaunliche Leistungen erbracht hat. Er startete neun Spiele und erzielte dort vier Tackles und einen Sack. Seine Stärke ist deutlich im Pass Rush. Ich bezweifle jedoch, dass er das finale Roster machen könnte.

Sterling Johnson

Über Sterling Johnson will ich gar nicht viele Worte verlieren. Er ist als UDFA dieses Jahr zu den Jets gekommen. Selbst im College hatte er schon nicht die meiste Spielzeit. Ich denke dass er es, allein wegen der ganzen Corona Situation und der Tatsache, dass die Preseason Spiele ausfallen, nicht in das finale Roster schaffen wird.

Fabian, 14.08.2020