Runde 1 #14 Overall

Alijah Vera-Tucker

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Stammdaten:

Name: Solomon Alijah Lewis VeraTucker
Geburtsdatum: 17.06.1999 (Alter: 21 Jahre)
Geburtsort: Oakland, Kalifornien, USA
Größe: 196 cm
Gewicht: 143 kg
College: University of Southern California, Los Angeles, USA
Position: OL
Nummer: 75 (College und auch NFL)
Draftposition: Rd.1, Pick 14

Kurzbiographie

Alijah Vera-Tucker ist in Oakland, Kalifornien, vor den Toren von San Francisco geboren und aufgewachsen. Kurz nach der Geburt trennte sich seine Mutter von Alijahs Vater und heiratete später Sylvester Vera. Sie nahm seinen Nachnamen an und so bekam Alijah Tucker ebenfalls seinen Doppelnamen aus freier Entscheidung, da er beide Familien sehr liebt und sich bei beiden heimisch fühlt. Die neue Liebe seiner Mutter brachte ihm auch seine zwei jüngeren Schwestern Velia und Rosalinda.

Alijah besuchte die Bishop O’Dowd High School in seiner Heimatstadt und spielte für die Dragons als Offensive Tackle und Defensive End. In seinem letzten Jahr wurde er zum All-American ernannt und als 4-Star-Recruit von den Top Unis (z. B. Washington, Oregon, UCLA) umworben. Er entschied sich für die USC, die nur 600 km entfernt von seiner Heimatstadt liegt und schon viele Spieler in die NFL brachte.

Für die USC Trojans war er nach einem Red Shirt Year 2017 bereits in seiner ersten Saison, 2018, in allen zwölf Spielen als Backup Guard aktiv und spielte auch in den Special Teams. Er überzeugte die Coaches und konnte 2019 in allen 13 Spielen als Left Guard starten. Dies machte er so gut, dass er zum PFF All-American 3rd Team, All-Pac-12 2nd Team und AP All-Pac-12 1st Team ernannt wurde. Letztes Jahr entschied er sich zunächst für das coronabedingte Opt-Out. USC entschied sich jedoch später dazu, doch noch Spiele zu bestreiten und Vera-Tucker zog mit. Er startete sechs Spiele als Left Tackle (Ersatz für den zuvor gedrafteten 1st Round LT Austin Jackson) und auch teilweise wieder als Guard. Dies war der endgültoge Beweis seiner Fähigkeiten, als er wirklich fast alles abräumte, was man als Offensive Lineman erreichen kann: All-Pac-12 1st Team, AP All-Pac-12 1st Team, PFF All-Pac-12 1st Team und die 2020 Morris Trophy für den besten Lineman der Pac-12.

Er entschied sich für den NFL Draft und die Jets tradeten sogar von 23 auf 14 hoch, um ihn als ersten interior Lineman des Drafts auszuwählen.

Tape Breakdown

Balance

Sehr kontrolliert auf den Beinen, versteht es seine Blocks zentral vor sich zu halten und seinen Körper immer in kontrollierter Position zu behaupten. Selbst wenn er einen Block initial verliert, wird er nicht unkoordiniert, sondern behält seine Körperhaltung bei und ist im Stande durch schnelle Steps aufzuholen und den größten Schaden zu vermeiden. Seine besten Plays sieht man hier in seiner Saison als Left Guard, wenn er im Run Game im Stande ist aus vollem Lauf sogar Linebacker und Safeties zu spiegeln und über mehrere Sekunden vor sich her zu schieben.

Hand Technique
 

Grundsätzlich sehr gut entwickelt und mit kräftigen Punches, verbringt nach Aussage mehrerer Coaches viel Zeit im Kraftraum um sich hier weiter zu entwickeln. Ist zudem sehr wachsam was das Aufnehmen von Stunts und Late Blitzes angeht und wird auch hier nicht unsortiert in seinen Punches. In seiner letzten Saison auf der Tackle Position finden sich aber einige Situationen, wo er merkt, dass er durch Outisde Speed geschlagen wird und vergisst seine Handtechnik dann komplett und versucht nur noch den Rusher irgendwie weit genug nach außen zu treiben, um den Sack zu verhindern. Seine Hand Size ist mit 9 5/8 relativ klein für einen NFL Blocker, gute Disziplin und Coaching sollten das aber ausgleichen.

Footwork/Sets

Auch hier klare Unterschiede zwischen seinen Spielen auf Guard und denen als Tackle. Sein Kick Slide produziert nicht viel schnellen Raumgewinn, wodurch er auf der Tackle Positionen von langen Athleten auf Outside Rusher in unangenehme Situationen gebracht werden kann. Die einzige echte High Level competition in seiner Tackle Saison, war Oregon Edge Rusher Kayvon Thibodeaux, der ihm wirklich Schwierigkeiten gemacht hat. Durch den kürzeren Kick Slide war Thibodeaux oft schon an ihm dran, bevor er sich wirklich in seinen Block setzen konnte. Über die Hälfte seiner erlaubten Pressures kamen in dem Spiel. Auf Guard kam er nicht in solche Situationen und war auch deutlich besser im Stande seinen Anker in Pass Protection zu setzen. In einer sehr passfreudigen Offense erlaubte er nur einen Sack in zwei Saisons als Guard.

Power

Kein absoluter Dominator mit seiner Kraft aber durchaus genug sichtbar, wenn man ihn beim Spielen zusieht. Beim Aufprall mit Defensive Tackle Opponents sieht man durchaus einen „Pop“, wenn er seine Hände setzt. Beeindruckender ist er hier allerdings im Run Game, wenn er als Pulling Guard eingesetzt wird und dabei eine tolle Arbeit als Vorblocker leistet. Wirkt zudem auch Scheme-variabel, USC setzte sowohl Power Man Blocking, als auch Zone Blocking Plays ein, in beiden wirkte Vera-Tucker zuhause. Die Outside Zone Offense sollte ihm keine Schwierigkeiten bereiten.

Size und Athletik

Mit seiner Größe von 6‘4 disqualifiziert er sich für viele NFL-Evaluator bereits für die Tackle Position, zudem bringt er verhältnismäßig kurze Arme mit, die wahrscheinlich eher ein Problem Outside darstellen würden. Auch sein 3-Cone Drill ist mit 7.70 eher durchschnittlich, genau wie sein Short Shuttle Wert, die beide beim USC Pro-Day genommen wurden. All dies spricht klar für einen Move Inside auf Guard, wo er ja auch schon NFL Talent gezeigt hat. Man darf trotzdem nicht vergessen, dass er es auch als Left Tackle stark gespielt hat und durch seine saubere Technik und sein schnelles Processing auch in der NFL hier überleben könnte, er wurde als Tackle schließlich zum All-Conference gewählt und erhielt die Morris Trophy für den besten Offensive Lineman der Pac-12.

Competitive Edge und Motor

Gilt als Gym-Rat und extrem competitive. Zeigte eine stetige Verbesserung durch seine ganze College Karriere und wurde Academic All-Conference, oft ein guter Indikator für reife und smarte Spieler. Auf dem Tape sieht man einen Spieler der Bock hat Gegner zu dominieren und spielt „through the whistle“. Zudem ist kein Abfall seiner Athletik und seines Efforts zum Ende der Spieler zu sehen, ist also in shape und weiß, wie er die Konzentration für 3 Stunden+, aufrechterhalten kann. Coaches Dream.

Fazit

Alijah Vera-Tucker ist eine Granate. Er ist vielseitig einsetzbar, hat als Tackle sowie als Guard hohe Auszeichnungen erhalten und tut genau das, was man als Coach von ihm verlangt. Schwächen sind kaum zu finden.

Er war 2020 Team Captain der USC Trojans und sogar seine Freundin Jessie ist aktive Footballspielerin. Sein Leben dreht sich also um den Sport und seine Familie. Dies sind alles die Eigenschaften, die Joe Douglas an einem Spieler schätzt. Und so war es auch wert, zwei 3rd Round Picks (einen 4th erhielt man zurück) abzugeben, um auf 14 zu springen, ums ich diesen ausgezeichnete Sportler und Menschen in das Team zu holen.

In Jahr 1 wird Vera-Tucker höchstwahrscheinlich als Left Guard neben Mekhi Becton starten. Es ist für ihn auch möglich, auf Tackle zu wechseln, wenn dies erforderlich wird. Auf jeden Fall ist er variabel und alles andere als ein Day-1-Starter wäre eine Überraschung. Die Jets Fans erwarten auf jeden Fall einiges von ihm. So konnte eine Twitter Umfrage folgendes Ergebnis bringen. Ob er diesen Anspruch schon früh auf dem NFL Level wird rechtfertigen können?

Per / Basti