Tutu Atwell

  • Projected Round: 5
  • Position: Slot-Receiver, Deep-Threat
  • 21 Jahre alt
  • 153 Pounds
  • 5 ft 9 inch

Player Profile auf der Homepage der Uni

Chatarius „Tutu“ Atwell kam lediglich als 3-Star-Recruit zu den Louisville Cardinals, nachdem er sich in der High School als sehr explosiver Dual-Threat Quarterback einen Namen gemacht hatte – über 1.500 Rush und 4.000 Passing Yards sprechen hier eine deutliche Sprache. So wurde Atwell 2017 zum Miami-Dade County Player of the Year ernannt.

Dual-Threat-Quarterback und Louisville? Da denken viele sicherlich direkt an Lamar Jackson, welcher just gedrafted wurde als Atwell zu den Cardinals kam. Anders als Jackson wurde Atwel allerdings direkt und ausschließlich als Wide-Receiver eingesetzt. Und dies von Beginn an erfolgreich. Direkt in seiner ersten Saison führte er alle Wide Receivers der Cardinals in Yards per Catch an (16,9 Yards) und erreichte auf Anhieb 406 Yards. Als Sophomore stellte Atwell im Jahr 2019 einen Schulrekord für die meisten Receiving Yards auf (1272) und zeichnete sich sich ebenfalls für 11 Touchdowns verantwortlich – beides Bestwerte innerhalb der ACC 2019. In der gekürzten 2020er Saison legte Atwell wieder einiges an Highlight-Plays auf und wusste mit 625 Yards und sieben Touchdowns in neun Spielen zu überzeugen.

Tape Breakdown

Stärken

  • Speed, Speed und nochmal Speed (offizielle 40-Yard-Dash-Time 4,27 Sekunden)
  • Shiftiness
  • Big Play Ability
  • Footwork
  • Toughness und Einsatz
Schwächen
 
  • Contested Catches
  • Drops/Hands
  • Fähigkeiten after the Catch
  • Limitierter Route-Tree
  • Statur

Release

Der Release von Atwell ist sehr schwierig zu bewerten, da er quasi nie einer Press-Coverage gegenüberstand. Aufgrund seiner Statur, als auch seinen Defiziten bei Contested Catches sowie beim Brechen von Tackles, dürften Press Coverages Atwell vor sehr große Probleme stellen. Im Gegensatz dazu besitzt Atwell allerdings eine unglaublich gute Fußarbeit. Diese, gepaart mitseinem unglaublich schnellen Antritt und seiner hohen Geschwindigkeit ermöglicht Atwell außerhalb von Press-Coverages allerdings einen sehr guten und smoothen Release, bei dem er Verteidiger immer wieder aussehen lässt, als stünden sie auf Schlittschuhen.

Route Running

Auch das Route Running Atwells weist klare Stärken, aber auch eindeutige Schwächen auf. Beginnen wir mit den Schwächen. Atwell musste bisher nicht sonderlich viele Routen regelmäßig laufen, wodurch sein Route-Tree, wie bei vielen Prospects, noch stark limitiert ist. Etwas, das jedoch besorgniserregend ist, ist der Umstand, dass Atwell durch Köperkontakt sehr leicht aus seiner Route „geknocked“ wird. So bricht die Route Atwells ab, bevor sie sich richtig entwickeln konnte. Dem gegenüber steht die unglaublich gute Fußarbeit Atwells. Seine schnellen Fußbewegungen sorgen regelmäßig dafür, dass Atwell Separation kreieren kann und Verteidiger immer wieder ganz alt aussehen lässt. Daneben sind seine soften Cuts auch sehr smooth und flüssig, dies sollte ihm auch in der NFL ermöglichen im Route Running zu glänzen, solange es nicht zu intensiven Körperkontakt kommt. Ebenfalls könnten Box-Routen, welche einen sehr starken Cut benötigen, Atwell schwer fallen.

Contested Catches und Catches in Traffic

In beiden Punkten kann ich mich kurzhalten. Was Contested Catches betrifft ist Atwell wohl einer der schlechtesten Prospects, die in diesem Jahr im Draft vermutlich ausgewählt werden. Seine eh schon sehr inkonstanten Hände führen gepaart mit seiner Größe und Statur dazu, dass Atwell schon auf dem College so gut wie nie Conested Bälle für sich entscheiden konnte. Die momentan einzige Möglichkeit Atwell auf NFL-Level „an den Ball“ zu bekommen besteht darin, den Ball entweder sehr tief zu werfen, und auf die Geschwindigkeit und Separation zu vertrauen, oder sehr kurz zu spielen, bevor ein Verteidiger in seiner Nähe ist. Denn auch der Catch in Traffic ist fast nicht existent bei Atwell. In Traffic scheint er immer wieder nervös zu werden, wodurch seine inkonstanten Hände noch eher dazu neigen, den Ball fallen zu lassen.

Yards after Catch und Power

Atwell ist eine Big Play Maschine, da sollte man meinen, dass YAC zu seinen großen Stärken zählen. Dies kann ich so allerdings nicht bestätigen. Was Atwell zu einer Big Play Maschine macht ist einzig und allein sein unfassbarer Speed. Daneben besitzt Atwell allerdings keinerlei Moves, um Gegenspieler aussteigen zu lassen. Zeigt er beim Route Running noch gute Fußarbeit, um Gegenspieler aussteigen zu lassen, scheint er diese mit dem Ball in der Hand zu vergessen. Er nutzt keine Juke Moves, Jump Cuts oder Spin Moves, und auch sein soft Cut ist mit dem Ball in der Hand eher wirkungslos. Daneben besitzt Atwell keinerlei Contact Balance oder Power, um Tackles zu brechen. Dennoch, sobald Atwell den Ball mit etwas grün, oder guten Blockern vor sich bekommt, kann er aufgrund seines Speeds immer für einen Touchdown gut sein. Denn das Ausnutzen von Blocks zählt tatsächlich zu seinen Stärken

Blocking

Atwell ist aufgrund seiner Statur als Blocker ungeeignet. Dies bedeutet allerdings nicht, dass er nicht alles versuchen würde, um gut zu blocken. Denn Atwell gibt beim Blocken alles was er hat. Exemplarisch hierfür ist das Spiel von Louisville gegen Miami. Gegen Miami blockte er nämlich erfolgreich (!!!) den Strong Safety Miamis – Bubba Bolden –, und das als leichter Slot-Receiver. Der Wille ist also immer da, sollte somit der Gegenspieler Atwells Toughness unterschätzen, könnte es auch in der NFL gelegentlich zu ähnlichen Bildern kommen.

Biggest Strength: Speed und Toughness

Biggest Weakness: Contested Catches und Hände allgemein

Fazit

Da es sich bei Atwell eher um einen Sleeper-Prospect handelt, kommt Atwell quasi für jedes Team in Frage, welches einen Home-Run-Hitter aus dem Slot gebrauchen kann. Von den Grundanlagen her erinnert Atwell sehr an einen John Ross, nur noch etwas kleiner und leichter. Atwell wäre es auch zuzutrauen, den 40 Yard Dash Rekord anzupeilen. Im Vergleich mit letztjährigen Sleepern wäre Atwell mit Darnell Mooney zu vergleichen, welcher auch ein Fünftrundenpick gewesen ist. Allerdings hatte Mooney vor dem Draft zumindest eine etwas stabilere Statur, und auch in vielen Facetten des Receiverspiels war dieser schon weiter. Sollte sich Atwell – der mit 21 Jahren noch sehr jung ist – allerdings noch körperlich weiterentwickeln, sowie an seinen Händen arbeiten und ein zwei Moves für die regelmäßigen YAC lernen, könnte aus ihm ein sehr brauchbarer und gefährlicher Deep-Slot werden. Bis dahin ist er, um es mal mit Fantasy Football auszudrücken, ein Spieler, den man in einer Best Ball Ligavielleicht mit dem letzten Pick holt und hofft, dass er mal ein Spiel dabei hat, in dem er von vier Targets zwei fängt und zu Touchdowns trägt. Da wir allerdings Speed auf Wide Receiver gebrauchen können, würde ich ab Runde fünf ernsthaft mit dem Gedanken spielen einen meiner „Darts“ zu nutzen, um mit Atwell eine eventuelle Big-Play-Maschine zu bekommen.

Felix