GAME PREVIEW

Week 11

0-9

@

2-7

-Team Rankings-

Zunächst verschaffen wir uns einen Überblick, wo die jeweiligen Teams mit ihren Units stehen. Hierzu verwenden wir die DVOA (Defense-adjusted Value over Average) Rankings der Seite Footballoutsiders.com:

Jets

Overall Offense: #31
Rushing Offense: #27
Passing Offense: #32

Overall Defense: #29
Rushing Defense: #18
Passing Defense: #29

Chargers

Overall Offense: #11
Rushing Offense: #11
Passing Offense: #7

Overall Defense: #19
Rushing Defense: #16
Passing Defense: #16

Die LA Chargers (fühlt sich auch nach drei Jahren noch merkwürdig an) haben bisher eine sehr abwechslungsreiche Saison hingelegt. Nach einem knappen Sieg in Woche 1 gegen die Bengals, noch mit dem damaligen Starting Quarterback Tyrod Taylor, folgte schon vor Beginn des zweiten Spiels die große Überraschung und es startete No. 6 Overall Pick Justin Herbert. Das Umlegen des Schalters auf die Zukunft erfolgte dabei nicht ganz freiwillig, denn Tyrod Taylor wurde von einem der Teamärzte versehentlich die Lunge punktiert, wodurch Herbert – ungeplant verfrüht – zu seinem Debüt kam. Davon lässt der junge Quarterback sich aber bis heute nichts anmerken, Herbert straft Woche für Woche seine Kritiker lügen. Der 2-7 Record der Chargers bildet hier seine Leistungen so gar nicht ab. Mit einem Passer Rating von 102.8 bis zu diesem Zeitpunkt kann man bereits sagen, dass die Chargers ihren Franchise Quarterback gefunden haben. Wie kommt es also, dass man diese Saison trotzdem schon mehr oder weniger aus dem Playoff Rennen ausgeschieden ist? Die Antworten reichen von vielen Verletzungen wichtiger Spieler, wie z. B. Safety Derwin James schon vor Saisonstart, über Special Teams Fehler, wie der verpasste Kick von Michael Badgley in Woche 5 bei der Overtime Niederlage in New Orleans, bis hin zu fragwürdigen Game Management Entscheidungen. Zuletzt gesehen beim Playcall in der letzten Sekunde gegen die Raiders, bei dem man den entscheidenden Touchdown mit einem Fade Pass zu einem Backup Tight End erzielen wollte. Eins zieht sich aber durch die ganze Saison: extrem spannende und knappe Spiele mit teils sehr unglücklichen Niederlagen. Diese Chargers weisen deutlich mehr Potenzial auf, als es ihr Record vermuten lässt, und haben trotz der enttäuschenden Saison bereits einiges an Hoffnung für die Zukunft gemacht, wenn man es denn mal schafft, alle seine PS geordnet auf die Straße zu bekommen.

 

-Keys to the Game-

Ähnlich wie auch schon in den letzten Wochen gehen auch dieses Mal die Jets als krasser Außenseiter ins Spiel und es gibt kaum Anhaltspunkte, die auf einen Upset hindeuten. Die Chargers weisen durch die Bank weg mehr Qualität in allen Positionsgruppen auf und waren im Gegensatz zu den Jets in jedem ihrer Spiele bis zum Ende auf Augenhöhe unterwegs. Sie gehen daher, wie schon erwähnt, als Favorit ins Spiel und da würde ich den Schlüssel zum Spiel auch ansetzen. In dieser Rolle waren die Chargers in dieser Saison noch gar nicht so oft. Nicht, dass die Chargers noch allzu viel Druck hätten, in dieser Saison sportlich etwas zu erreichen, aber zumindest für die einzelnen Spieler, die ja auch in der nächsten Saison noch Teil eines NFL Teams sein wollen, bedeutet jedes Spiel eine Darstellung ihrer Fähigkeiten. Da macht sich eine Niederlage gegen einen hoffnungslosen 0-9 Squad nicht besonders gut. Genauso sieht es auch für den Coaching Staff aus. Es gibt durchaus schon eine Menge Stimmen, die hinterfragen, ob Chargers Head Coach Anthony Lynn noch der richtige Mann ist, um rund um einen Herbert eine Mannschaft in die Zukunft zu führen und seinen Kopf am Black Monday fordern werden. Er und sein Coaching Staff werden daher die ganze Woche die Wichtigkeit dieses Spiels betonen und für sie wäre eine Niederlage gegen die Jets das absolute Worst Case Szenario. Dieser Druck hat sich schon auf so manche Mannschaft übertragen und sorgte damit ultimativ für die Bezeichnung „Trap Game.“ Hier liegt für mich die einzige Chance der Jets. Man kommt aus der Bye Week, möchte vielen jungen Spielern eine Chance geben und kommt außerdem aus seinem besten Auftritt der ganzen Spielzeit, in der knappen Niederlage gegen New England vor zwei Wochen. Womöglich setzt das eine Dynamik frei, bei der die Jets in einen positiven Spielverlauf kommen und unter der Führung von Quarterback Joe Flacco, der erneut für den noch verletzten Sam Darnold auflaufen wird, das Spiel für sich entscheiden. Ebenfalls einen Punkt für die Jets sehe ich beim Blick auf die Chargers Offensive Line. Die Unit ist eine Problem Position, seit ich Football schaue. Und auch dieses Jahr ist, abgesehen von Right Tackle Bryan Bulaga, niemand der Starter bei PFF auch nur im akzeptablen Bereich anzutreffen. Hier sollten unsere jungen Defensive Liner um Foley Fatukasi und Quinnen Williams den Battle um die Line of Scrimmage dominieren können und die Chargers Offense davon abhalten, einen Rhythmus zu finden. Es müsste natürlich trotzdem noch einiges zusammenkommen, aber es ist noch immer Football und da hat es schon größere Überraschungen gegeben.

-Matchup to watch-

Jets Defensive Back Group vs Chargers Pass Catchers

Wie eben schon angerissen haben die Jets einen klaren Vorteil beim Duell an der Line of Scrimmage in der Defense, was den Fokus in beiden Gameplans sehr schnell auf das Duell der Skill Postion Player lenken wird.
Justin Herbert wird sehr wahrscheinlich die Anweisung mitbekommen, den Ball schneller loszuwerden, als er es sonst bei seinen längeren Deep Throws gerne tut. Hier wird es dann ausgerechnet auf unsere gerade erst extrem verjüngte Cornerback Group ankommen. Wie ihr sicher schon bei uns gelesen habt, wurde der enttäuschende Corner Pierre Desir entlassen und Standout Slot Cornerback Brian Poole auf die Season Ending Injury Reserve Liste gesetzt. Damit werden die Snaps voraussichtlich unter Bless Austin, Lamar Jackson, Bryce Hall und Arthur Maulet aufgeteilt. Auch Rookie Javelin Guidry könnte in der Slot vermehrt gebraucht werden. Eine ausgesprochen junge und interessante Gruppe wie ich finde, die es auf der anderen Seite mit Leuten wie Mike Williams oder Keenan Allen zu tun bekommen. Was die Qualität angeht, ist das natürlich ein klares Mismatch und hier wird es auch sehr auf das Scheming unserer Defensive Coaches ankommen, um die Jungs in eine vorteilhafte Position zu bringen. Ich denke aber, wenn man die Playmaker der Chargers regelmäßig bis zu einem gewissen Zeitpunkt im Play kontrollieren kann, hat unsere Defensive Line die Chance, das Mismatch auf ihrer Seite auszunutzen und zu Herbert durchzudringen. Wer sich hier im Zusammenspiel der Gruppen durchsetzen kann, hat für mich die besten Chancen, das gesamte Spiel auch zu gewinnen.

 

-Injury Report-

Abgesehen von den Langzeitverletzten kommen die Chargers mit der kompletten Mannschaft ins Spiel. Die angeschlagenen Bosa oder Bulaga stehen als Full Participants auf dem Report und sind daher einsatzbereit. Auch der lange angeschlagene Running Back Room kann wieder auf Kelley und Pope setzen, die zusammen mit Kalen Ballage die Läufe bekommen werden. Neben dem schon angesprochenen Ausfall von Sam Darnold sind noch Bless Austin und Sam Ficken fraglich für Sonntag. Bei beiden ist noch keine Tendenz absehbar, sehr wahrscheinlich ausfallen wird aber Blake Cashman, der mit Doubtful gelistet wurde. Mekhi Becton soll wieder fit sein und wird erneut als Left Tackle starten.

-Fazit-

Vielleicht liegt es an der Bye Week, die eine Pause vom Jets Football gebracht hat, aber ich habe tatsächlich mehr Lust das Spiel zu schauen, als es in den letzten Wochen je der Fall war. Auch wenn es in dieser Saison nicht mehr um Wins and Losses geht, bringt die Gruppe an jungen Spielern, die die Jets in den nächsten Wochen aufs Feld führen werden, eine neue Energie mit. Vielleicht hat man ja Glück und ein paar der Jungs beweisen, dass sie Teil des Plans für die nächsten Jahre sein können. Was das Match selbst angeht habe ich so ein Gefühl, dass dies tatsächlich das eine Spiel ist, dass die Jets gewinnen können. Vielleicht liege ich auch komplett falsch und es setzt die nächste Abreibung, aber ich hoffe trotzdem weiter auf einen Sieg. 

0-16 ist für mich nach wie vor keine erträgliche Option.

Per