GAME PREVIEW

Thursday night football Week 4

0-3

@

0-3

Kickoff

Freitag, 02.10.2020 02.20 Uhr

Ort

MetLife Stadium, East Rutherford, New Jersey

Live

Das Spiel ist in voller Länge sowohl über den Gamepass, als auch via DAZN zu sehen

Letztes Aufeinandertreffen

2018, Week 5:
Jets (2-3) 34 vs. Broncos (2-3) 16

-Team Rankings-

Zunächst verschaffen wir uns einen Überblick, wo die jeweiligen Teams mit ihren Units stehen. Hierzu verwenden wir die DVOA (Defense-adjusted Value over Average) Rankings der Seite Footballoutsiders.com:

Jets

Overall Offense: #31
Rushing Offense: #29
Passing Offense: #30

Overall Defense: #14
Rushing Defense: #3
Passing Defense: #31

Broncos

Overall Offense: #30
Rushing Offense: #16
Passing Offense: #19

Overall Defense: #22
Rushing Defense: #14
Passing Defense: #26

-Keys to the Game-

Die Denver Broncos wurden zu Saisonbeginn von vielen als Sleeper Team gehandelt, dass einen Run auf die Wild Cards der AFC machen könnte. Man ging in das zweite Jahr von Quarterback Drew Lock, dem in der Offseason einige neue Waffen zur Verfügung gestellt wurden, darunter Melvin Gordon, Jerry Jeudy und KJ Hamler. Dazu ist es auch das zweite Jahr von Head Coach Vic Fangio, der für seine Defense bekannt ist und so war auch hier eine Steigerung zu erwarten. Der Saisonstart lief dann aber doch sehr enttäuschend, die ersten beiden Spiele gegen die Titans und Steelers gingen noch knapp verloren, zuletzt in Week 3 gab es einen Blowout Loss gegen die Buccaneers. Hier fehlte Drew Lock allerdings komplett verletzungsbedingt, sodass man auf Backup Jeff Driskel setzen musste, der nach schwacher Performance dann aber im vierten Quarter gebenched wurde. Für ihn übernahm Brett Rypien, der an der Niederlage aber auch nichts mehr ändern konnte.
 
Der Saisonverlauf der Jets ist da einfacher erzählt; drei Spiele, drei Niederlagen und dreimal chancenlos. Kein einziger Mannschaftsteil war auf NFL Niveau unterwegs und es fehlte augenscheinlich an Qualität, Einstellung und Kommunikation, im Grunde an Allem.
 
So kommt es an Thursday Night Football nun zum Aufeinandertreffen zweier enttäuschender Teams, von denen die Broncos auf dem Papier aber mehr Qualität mitbringen. Ein Feuerwerk kann man jedenfalls nicht erwarten, wenn man sich für das Spiel nachts den Wecker stellt. Als nominellen Favoriten sehen die Buchmacher auch die Broncos mit einem Vorsprung von drei Punkten, bei den Keys to the Game versuche ich nun trotzdem Möglichkeiten zu finden, wie die Jets den Sieg holen könnten.
 
Quarterback/Turnover Battle
 
Das Spiel wird auf jeden Fall das Aufeinandertreffen zweier Bottom-5 Quarterbacks der bisherigen Saison sein. Sam Darnold hatte einen extrem schwachen Saisonstart und auch sein Gegenüber Brett Rypien, der am Dienstag zum Starter ernannt wurde, hat noch keinen Nachweis gehobener Klasse in der NFL erbracht. Dazu kündigte Fangio bereits am Montag an, dass er zwar einen Starter ernennt, er aber durchaus im Sinn hat, seine beiden Quarterbacks zu switchen, sollte die Leistung nicht vernünftig sein, daher habe ich beschlossen, einen Blick auf beide QB’s zu werfen. Der noch relativ frisch verpflichtete Blake Bortles soll am Donnerstag noch eine Rolle spielen dürfen.
 
Jeff Driskel ist vor allem ein sehr mobiler Quarterback, seine gefährlichsten Aktionen hatte er eigentlich alle als Runner, dazu ist er kein sehr akkurater Passer, der dazu neigt, den Ball auch gerne mal beim Gegner anzubringen.
 
Brett Rypien machte am Sonntag seine ersten Schritte in der NFL, nachdem er 2019 undrafted in die NFL von Bosie State kam. Ihn habe ich vor allem vom damaligen East-West Shrine Game in Erinnerung, wo er sehr überzeugend auftrat und ich ihn danach als einen meiner Draft Sleeper geführt habe. Dass die NFL das anders sah, erkennt man an seiner nicht vorhandenen Draft Position und dass er nun ausgerechnet gegen mein Team seine Chance erhalten könnte zu zeigen, dass die Scouts sich vertan haben, entbehrt nicht einer gewissen Ironie 😉
Ich halte Rypien daher auch für den besseren von zwei unbewiesenen Quarterbacks, vor allem, weil er im College wenige Turnover produziert hat und ein akkurater Game Manager sein kann. Das führt dann auch direkt zurück zu den Wegen zum Sieg, denn genau darauf wird es meiner Meinung nach ankommen.
 

Sam Darnold muss im Stande sein, weniger Fehler als der Gunslinger der Broncos zu machen, um seiner eigenen Defense zu erlauben, das Spiel zu gewinnen. Denn im Endeffekt sind beide Teams was das Talent angeht klar Defense-lastig. Ob er dazu, bei dem nicht vorhanden Support auf den Skill Positions und seiner eigenen starken Verunsicherung im Stande ist, wird ein großer Bestandteil der Entscheidung über den Sieger am Freitag sein. Von den Anlagen her, ist es ihm trotzdem noch immer zuzutrauen.

 
Mentalität
 
Der andere Schlüssel ist für mich, in einer kurzen NFL Woche mit wenig Vorbereitung auf den Gegner, die Mentality oder Einstellung. Beide Teams kommen aus einer derben Niederlage am Sonntag, vor sie fast komplett chancenlos waren und mit ihnen der Boden aufgewischt wurde. Während man für die Broncos vielleicht noch argumentieren kann, dass die Saison noch nicht gelaufen ist und man nur versuchen muss, sich mit dem einen oder anderen Sieg über Wasser zu halten, bis der eigentliche Starter Drew Lock zurückkehrt und man dann mit einem starken Saisonabschluss noch einen Push Richtung .500 und Wild Card Plätze machen kann, sieht es für die Jets ganz anders aus.
 
Eine positive Wendung dieser Saison erscheint in etwa so wahrscheinlich, wie Schnee in Las Vegas. Bereits seit Montag halten sich Gerüchte, dass die Teambesitzer Adam Gase bei einem negativen Ausgang Thursday Night entlassen könnten. Gase befindet sich nach den erbärmlichen Leistungen bereits auf einem glühend heißen Sitz und könnte somit bereits fast wieder Geschichte sein, doch genau hier kommt die Mentalität des Teams ins Spiel. Sollte die Mannschaft tatsächlich die Motivation haben, für ihren Head Coach zu spielen und ihm seinen Job zu retten, dann ist Donnerstag die letzte Chance, das zu zeigen. Denn bis jetzt waren die Jets in 19 Spielen unter Gase vor allem eines nicht: brandheiß und engagiert.
 

-Matchup to watch-

 
Jets Offensive Line vs Broncos Fronts Seven
 
Um den Druck vom eigenen Quarterback und dem Pass Game zu nehmen, wäre es für die Jets extrem hilfreich, über die Offensive Line ein starkes Run Game zu etablieren. Auch wenn hier bislang Licht und Schatten zu sehen war, machte vor allem Rookie Mekhi Becton einen tollen Eindruck, ehe er am Sonntag verletzt aus dem Spiel musste. Er soll nun aber wieder startklar sein und könnte hier ein wichtiger Faktor werden. Center Connor McGovern, der ja von den Broncos zu uns kam, hatte dagegen bisher einen miserablen Start, sein PFF Wert von 41.7 ist indiskutabel, er ist damit der am schwächsten bewertete Center der NFL nach drei Wochen. Gegen seine alten Kollegen muss da eine Steigerung her, leicht wird das allerdings nicht, denn gerade Nose Tackle Shelby Harris spielt bisher überragend. Zugute kommt den Jets dort die Verletzung von Star Defensive End Jurrell Casey, der den Rest des Jahres mit einer Armverletzung verpassen wird. Auch Von Miller fehlt ja bereits die ganze Saison verletzt.
 
Dennoch werden die Broncos hier ein schwerer Gegner, eine Vic Fangio Defense bringt schließlich immer ein gewisses Maß an Disziplin und Leistung aufs Feld. Für mich wird es hier entscheidend, wer gerade dieses Matchup über das Spiel für sich entscheiden kann.
 
Im speziellen sollte dort auch das Matchup der beiden Young Studs Bradley Chubb gegen Mekhi Becton interessant sein, beide bringen das Talent mit, auf Jahre zu den besten auf ihrer Position zu gehören.
 

-Injury Report-

 
Abgesehen von den bereits feststehenden Ausfällen von Lock und Casey, gibt es bei den Broncos nur eine weitere interessante Personalie mit Blick auf die Verletzungen. So sieht es momentan so aus, als würde Running Back Phillip Lindsay sein Comeback nach zwei verletzungsbedingt ausgefallenen Spielen geben. Der Broncos Starter der letzten zwei Jahre hatte die vergangenen beiden Wochen mit einer Fußverletzung ausgesetzt. Er soll zumindest für eine Rolle in der Rotation infrage kommen.
 
Bei den Jets scheint sich die Situation zumindest ein wenig zu entspannen, George Fant und Jamison Crowder werden sehr wahrscheinlich zurück in die Starting Formation zurückkehren. Auch Mekhi Becton soll wieder spielen können. Abgesehen von den Spielern auf IR werden wohl nur Breshad Perriman und Jordan Willis das Spiel verpassen.
 

-Fazit-

 
Ich sehe dem Spiel mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits liest man die Gerüchte, Adam Gase könnte endlich entlassen werden und das wünsche ich mir im Grunde schon seit dem Morgen, als ich erfahren habe, dass er der neue Coach der Jets wird. Andererseits wünscht man sich natürlich niemals, sein eigenes Team verlieren zu sehen. Trotzdem fällt es mir sehr schwer, den Jets zuletzt beim Spielen zuzusehen. Etwas so lethargisches und lächerlich eingestelltes, habe ich in zehn Jahren Jets Fan noch nicht erlebt. Daher wäre man natürlich froh, wenn die „Ära“ alsbald ein Ende nimmt.
 
Was das sportliche angeht kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Jets in momentaner Verfassung überhaupt irgendeinen Gegner besiegen könnten, daher gehe ich auch komplett ohne positive Erwartungen in das Spiel. Ich gehe von einer weiteren klaren Niederlage aus, unabhängig mit welchem Quarterback die Broncos am Ende die meiste Zeit spielen werden. Was dann nach dem letzten Pfiff passiert, ist da leider schon fast spannender, als das Geschehen auf dem Feld.

Per