READY FOR TAKEOFF

Vorschau Week 7, 2021

1-4

@

2-4

"Es sind ja nur die Jets..."

Diesen Satz hört oder liest man doch verhältnismäßig oft, wenn man vor einem Spiel gegen die New England Patriots steht und ein Auge bzw. ein Ohr auf die doch recht große, deutsche Fangemeinde des Teams aus der Nähe von Boston wirft.
Das mag ja auch in den letzten zehn Jahren so gewesen sein, doch haben sich die Verhältnisse leicht geändert. Zwar sind die Jets nach wie vor die Jets und man steht (zurecht) bei 1-4 und (schon wieder) im Aufbruch. Jedoch steht auf der Seite der Patriots nicht mehr im Ansatz das dominante Team auf dem Feld, sondern ein gefallener Riese. Und so kommt es am Sonntag zu einem Aufeinandertreffen von zwei Teams, wo Überheblichkeit der einen Seite zum Vorteil für die andere werden könnte…

Kickoff

Sonntag, 24.10.2021 19.00 Uhr

Ort

Gillette Stadium, Foxborough, Massachusetts

Live

Das Spiel ist in voller Länge nur über den Gamepass zu sehen. In Ausschnitten über die DAZN oder Redzone Konferenz.

Letztes Aufeinandertreffen

2021, Week 2: Jets (0-1) 6 vs Patriots (0-1) 25

All Time: 54-70-1

Fast Check New England Patriots

PFF Grades aktuelle Saison

Pass-blocking: 56.5 (Platz 21)
Run-blocking: 57.1 (Platz 25)
Receiving: 74.3 (Platz 14)
Rushing: 83.2 (Platz 5)
Passing: 79.3 (Platz 11)

Tackling: 61.1 (Platz 12)
Coverage: 53.8 (Platz 20)
Run-Defense: 53.8 (Platz 21)
Pass-rush: 61.8 (Platz 29)

 

Season Record 2020

 7-9

Bisheriger Saisonverlauf

Die New England Patriots sind derzeit ein Bottom of the league Team und starteten auch so in die Saison. Für viele Fans der neuen Generation ist dies in der Post-Brady Ära ein ungewohntes Bild. 

Bislang spielten die Patriots vier Heim- und zwei Auswärtsspiele und dabei gingen alle Heimspiele verloren – das erste Mal seit 1993, der Rookiesaison von Drew Bledsoe unter HC Bill Parcells.

Die beiden Siege des aktuellen 2-4 Records kamen in Week 2 gegen unsere Jets mit 25-6, als Zach Wilson sein schlechtestes Spiel der Saison hatte und vier Interceptions warf. Der zweite Sieg wurde dann in Week 5 bei den rebuilding Houston Texans eingefahren, als man lange Zeit bei einem zwischenzeitlichen 9-22 wie der sichere Verlierer aussah, um das Spiel dann doch zum Ende noch mit einem Game Winning Drive zum Fieldgoal zum Endstand von 25-22 zu drehen. Man verhalf hier Rookie QB Davis Mills zu seinem besten Spiel der jungen Karriere (21/29, 312 Yards, 3 TD, Passer Rating: 141,7).

Die Siege kamen also gegen zwei Teams, die sich derzeit um die letzten Plätze in den Power Rankings streiten.

Geschlagen geben musste man sich den Dolphins (16-17), Saints (13-28), Buccaneers (17-19) und letzte Woche den Dallas Cowboys in einem sehr spannenden Spiel, dass man nach Overtime mit 29-35 verlor.
Die in diesem Spiel zugelassenen 445 Passing Yards von Dak Prescott und 567 Total Yards markieren die höchsten Werte, seitdem Bill Belichick im Jahr 2000 die Amtsgeschäfte in Foxborough übernahm.

Offense

Vor der Saison kam es zur überraschenden Trennung von QB Cam Newton und Rookie Mac Jones, Pick 15 im Draft, übernahm frühzeitig die Starterrolle. Er ist derzeit in vielen Metriken der beste Rookie QB der Klasse. Auffällig ist jedoch, dass er in der durchschnittlichen Tiefe des Passes mit 7,7 Yards zum Ziel hinter der Line of Scrimmage auf Platz 34 der NFL und auf dem letzten aller Rookie QBs liegt. Es zeigt, dass die Patriots unter OC Josh McDaniels den Gameplan klar auf ihren Rookie zurechtschneidern. Mac Jones hat mit 71,1 % Completion Percentage den viertbesten Wert der NFL. Nach sechs Spielen kommt Jones auf 1472 Yards, 7 TD, 6 INT bei einem Durchschnitt von 245,3 Pass Yards (Platz 20).

Die Offense der Patriots ist eindeutig auf den kurzen und mittleren Pass ausgerichtet. Nur 37,57 % der plays sind Run Plays – Platz 20 in der Liga. Leading Rusher ist mit großem Abstand Damien Harris mit 331 Yards (Platz 19 unter RBs) und drei TDs. Dahinter teilen sich diverse Depth Guys eine geringe, zweistellige Zahl an Yards. RB James White ist der Pass Catcher des Backfields und kommt eher selten im Lauf zum Zuge (zehn Rush Attempts gegen 14 Receiving Targets). White befindet sich jedoch auf Injured Reserve und so wird von 4th Round Rookie Rhamondre Stevenson eine größere Rolle erwartet.

Bei den Pass Catchern setzte man vor der Saison darauf, wieder ein starkes TE Duo aufzubauen, indem man sich mit Hunter Henry und Jonnu Smith die beiden besten Free Agents auf dieser Position angelte. Während Henry den Erwartungen einigermaßen gerecht wird (22 Rec, 241 Yards, 3 TD, PFF: 71,7), ist Jonnu Smith bislang eine herbe Enttäuschung (16 Rec., 124 Yards, 1 TD, PFF: 46,2). 

Klarer Stat Leader der Receiver ist Jakobi Meyers mit 346 Yards. Dieser ist in der Endzone jedoch eher nicht präsent und fing bislang keinen Touchdown. Die Plätze dahinter teilen sich Kendrick Bourne (282 Yards, 2 TD) und Neuzugang Nelson Agholor (224 Yards, 1 TD).

Die Offensive Line ist bislang sehr durchschnittlich und ließ 13 Sacks zu – Platz 16 in der Liga.

Defense

Die Patriots Defense ist nicht mehr das, was sie einmal war. So viel sollte jeder Beobachter mittlerweile bemerkt haben. Aber nichtsdestotrotz steht Bill Belichick an der Seitenlinie, der eins der wohl besten Defensive Masterminds der NFL Geschichte ist.

Die Patriots lassen bislang 21,2 Punkte im Schnitt zu (Platz 17). In Yards sind es 359,2 pro Spiel (Platz 16). Hierbei liegen Lauf und Pass beieinander, wo man jeweils genau in der Mitte der Liga zu finden ist. Egal, wo man schaut, die Patriots Defense liegt in nahezu allen Bereichen zwischen den Plätzen 15-20.
Ein Ausreißer nach oben war ausgerechnet das Spiel gegen unsere Jets, als die Defense vier Sacks und vier Interceptions produzieren konnte.

Bester Mann im Passrush ist eindeutig Neuzugang Matthew Judon mit bislang 6,5 Sacks. Laut PFF produzierte er bisher 28 QB Pressures – aber hier ist er quasi allein gelassen. Zweitbester in diesem Bereich ist auf dem Papier Rookie DT Christian Barmore mit 13 Pressures – jedoch ohne Sack. 

Von den individuellen Leistungen hält zumindest Pro Football Focus nicht viel. Es befindet sich in den Saisonleistungen lediglich ein Spieler mit einer Wertung über 70 (Safety Adrian Phillips mit 74,4).

Die Patriots Defense kommt wie im Saisonverlauf beschrieben aus einem Match zum Vergessen gegen die Cowboys. Hinzu kommen diverse Verletzungen, die Starter und Key Depth Player betreffen. So sind bei den Startern DE Deatrich Wise, DT Davon Godchaux sowie LB Dont’a Hightower gelistet, die nicht am Training (Stand Mittwoch) teilnehmen konnten. Hinzu kommen die Front Seven Spieler LB Raekwon McMillan und DL Henry Anderson, die auf IR stehen.

Somit könnten die Patriots ersatzgeschwächt auflaufen müssen und das Stoppen der stockenden Jets Offense liegt erneut in den Händen ihres Masterminds Bill Belichick.

Keys to Win

Fehlstart vermeiden und Selbstbewusstsein aufbauen

Die Jets haben bislang in der ersten Halbzeit in fünf Spielen nur 13 Punkte erzielt. Im ersten Quarter noch nicht einen einzigen… 
So geriet man immer ins Hintertreffen und musste einem Rückstand hinterherlaufen, was insbesondere für ein Team, dessen Selbstbewusstsein angeknackst ist, äußerst ungünstig ist.
Man darf nicht schon wieder 3 & Out gehen und in Selbstzweifel verfallen. Wenn man am Anfang scored, dann verschwinden die Barrieren aus dem Kopf und man könnte befreiter in das weitere Spiel gehen. Insbesondere gegen New England kommt es hier auf Zach Wilson an, der im ersten Matchup in der ersten Halbzeit gleich drei Interceptions warf.

Fix the Gameplan!!!

HC Robert Saleh und OC Mike Lafleur hatten durch die Bye Week zwei Wochen, um sich auch intensiv das eigene Gametape anzuschauen. Und es muss sich grundlegend etwas ändern. Das 12 Personnel (1 RB, 2 TE), auf dem die Offense basiert, muss weniger werden, denn man hat schlicht und ergreifend nicht die Tight Ends, die man als Duo in der NFL auf den Platz stellen sollte. Und man ist mit 36 % 12 Personnel das Team, dass diese Aufstellung am dritthäufigsten von allen Teams nutzt. Tyler Kroft fällt aus und so stehen lediglich der bisher schrecklich spielende Ryan Griffin, Special Teamer Daniel Brown, UDFA Kenny Yeboah und der zum FB/H-Back konvertierte Trevon Wesco zur Verfügung. 
Es wird Zeit, die deutlich talentierteren WR Denzel Mims und Rookie Elijah Moore in den Gameplan einzubauen, als auf Tight Ends zu setzen. Sicherlich ist die Krux der blockende Tight End, um ein Outside Zone Run aufzuziehen, aber man hat im ersten Spiel gegen die Patriots gesehen, dass die Saisonbestleistung von 152 Rush Yards halt trotzdem nur zu sechs Punkten führen kann.
Durch frühe Runs und kontinuierliche First Downs muss man den Gegner dazu bringen, sieben oder acht Spieler in die Box zu stellen, um die Soft Coverage aus dem ersten Spiel, die wiederum zu Interceptions führte, auflösen zu müssen und im kurzen und mittleren Feld freie Receiver offen zu bekommen.

Überheblichkeit zum Boomerang werden lassen

Bill Belichick wird seiner Mannschaft schon eintrichtern, dass man keinen Gegner unterschätzen soll. Aber was bei Fans in überproportional hoher Form vorkommt, wird auch im Lockerroom der Patriots trotz aller Professionalität nicht ganz verschwinden können. Man hat die Jets im ersten Spiel auswärts geschlagen und die letzte Niederlage liegt schon sechs Jahre zurück. 
Man muss die Überheblichkeit nutzen und wenn man es hinbekommen sollte, schnell in Führung zu gehen, könnte der Frust zu Penalties und Fehlern führen.

Set the Edge

Die Patriots haben keine guten Tackles. Nachdem Trent Brown auf IR landete, verfügt man mit Isaiah Wynn zwar über einen 1st Round Pick (2018) – der ist aber bisher nicht gut. Er ließ bislang 14 QB Pressures und drei Sacks zu und liegt mit einem PFF Pass-Block Grade von 64,7 auf Platz 31 von 57 Tackles mit mindestens 50% der Snaps. Auf der anderen Seite steht mit Justin Herron ein Sophomore 6th Round Pick, der noch schwächer abschneidet. Zwar geht offiziell erst ein Sack auf sein Konto, aber 15 QB Pressures und ein PFF Pass-Block Grade von 36,3 bedeutet Platz 56 von 57. Möglicherweise steht eine Veränderung auf der Tackleposition bevor (Guard Michael Onwenu soll auch Tackle spielen können), aber Stand jetzt ist es ein Matchup, dass für Bryce Huff und John Franklin-Myers sehr gut aussieht. Mac Jones fumblete den Ball bereits dreimal und wenn man den Ball schon nicht abfängt (bislang null Interceptions der Jets), so kann man wenigstens über diese Situationen Turnover generieren.

Injury Report

Fazit

Basti