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New York Jets

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Carolina Panthers
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Schweizer Käse und Moral

Die Freude war groß auf die neue Saison und selbst, wenn alle wussten, dass es eine schwierige, erste Saison wird, so hatten Jets Fans dennoch allen Grund zum Optimismus.
Jets Fans sind nach zwei Jahren Adam Gase und einer Dekade von Misserfolgen jedoch auch mit den Nerven am Ende und so fühlte sich die erste Halbzeit in Charlotte, North Carolina, wie eine Bruchlandung an.

Die Jets wirkten zu Beginn des Spiels in wichtigen Bereichen gnadenlos überfordert und von den Carolina Panthers, einem vom Papier her eher im unteren Mittelfeld anzusiedelnden Team, überrannt. 

Die Starting Offensive Line, die seit Übernahme der GM Aufgaben von Joe Douglas 2019 einem Neuaufbau unterlag, war grauenhaft. Obwohl vier der fünf Starter bereits 2020 zusammen auf dem Feld standen, hatte man nicht das Gefühl, dass diese Unit eingespielt war. Sie wirkte wie ein Schweizer Käse, wo man nicht einmal suchen musste, um große Löcher zu finden.

Es gab keinen Lineman, der es schaffte, ohne zugelassene Pressures aus dem Spiel zu gehen. Der Tiefpunkt war hierbei 1st Round Pick und Left Guard Alijah Vera-Tucker mit gleich sechs Pressures und einem Sack. Insgesamt waren es am Ende 13 Pressures – ein vernichtender Wert. Einziger Lichtblick war RT Morgan Moses, der zwar nicht startete, aber nach der Verletzung von Mekhi Becton die RT Position übernahm, währen George Fant nach links rückte. Moses ließ keine Pressures zu und erhielt einen PFF Pass Block Grade von 81,0. Die Starting Line kombiniert: 51,3. Unterirdisch.

Und so hatte man anfangs einfach keine Chance, zu scoren. Null Punkte standen auf der Habenseite, während die Panthers zwar von der jungen Jets Defense in Schach gehalten werden konnten, aber nicht alles zu verhindern wussten.

Nach einem Fieldgoal war es zunächst Sam Darnold auf Robby Anderson – eine altbekannte Kombination für uns – der über 57 Yards die Endzone fand (XP missed). Safety Sheldrick Redwine, für den verletzten Lamarcus Joyner auf dem Feld, stand wie Falschgeld in der tiefen Zone und ließ Anderson einfach passieren.

Ein 3 & Out später stand es dann plötzlich 16-0, nachdem Sam Darnold selbst mit einem geplanten QB Draw in die Endzone lief.

In der zweiten Halbzeit kamen die Jets deutlich besser ins Spiel. Die Defense ließ im gesamten zweiten Durchgang lediglich noch ein Fieldgoal zu.

Der erste Touchdown in Zach Wilsons Karriere war ein 22 Yard Pass auf Corey Davis zum zwischenzeitlichen 6-16. Ein toller Moment für den jungen Spielmacher, der auch die Two Point Conversion erfolgreich erlaufen konnte.

Nachdem die Panthers mit dem Fieldgoal antworteten, war das Spiel mit 8-19 nahezu außer Reichweite.

Dennoch konnte die Offense um Zach Wilson einen beeindruckenden 93 Yard Drive auf den Platz zaubern, der mit einem weiteren Touchdown Pass auf Corey Davis abgeschlossen wurde. Die Two Point Conversion misslang diesmal jedoch.

Danach war das Spiel bei 14-19 gelaufen, denn die Panthers ließen den Onside Kick ins Aus und anschließend auch die Uhr bis zum Ende laufen.

Top und Flop

Top

Zach Wilson

Eine starke Performance für einen Rookie. Trotz einer Horrorperformance der Pass Protection  – in 51% der Dropbacks war er statistisch unter Druck – und 20 % Drops von „catchable passes“ legte er eine Statline von 20/37 Pässen für 254 Yards und zwei Touchdowns bei einer Interception auf. Es gab sicherlich Schönheitsfehler wie die vermeidbare Interception, aber alles in allem eine sehr starke und vielversprechende Leistung.

Cornerback Group

Eine überraschend gute Performance gegen eine starke Gruppe von Wide Receivern. Die kombinierten Stats sehen mit neun Catches bei 15 Targets für 77 Yards (5,1 im Schnitt) und vier 1st Downs wirklich hervorragend aus. Die Gruppe verursachte keine Penalties, verpasste keinen Tackle und ließ keinen Touchdown zu – der TD auf Robby Anderson war die Verantwortlichkeit von Safety Sheldrick Redwine. Insbesondere Bryce Hall (37 Coverage Snaps, zwei Targets, ein Catch für neun Yards) und Rookie Michael Carter (20 Coverage Snaps, fünf Targets, drei Catches für 17 Yards) spielten auf hohem Niveau.

John Franklin-Myers

Der beste Mann auf dem Platz. Er erzielte den einzigen Sack der Jets und darüber hinaus eine Pressure Rate von 15,6% (NFL Durchschnitt 2020: 9,7%). Dazu eine echte Bank im Run Stop. PFF bewertete ihn mit 80,7.

Corey Davis

Der hochkarätige Neuzugang in der Offense zeigte genau das, was er sein soll: WR1. Er fing beide Touchdownpässe und war regelmäßig anspielbar. Fünf Catches für 97 Yards (sieben Targets) und die erwähnten zwei Touchdowns sind Werte für die NFL Spitze. PFF: 75,1

Flop

Offensive Line

Wie oben genannt ein Desaster. Die Stats erwähnte ich bereits und auch das Run Blocking reiht sich hier ein. Mit nur 2,6 Yards per carry lag man in Woche eins auf Platz 32 der NFL – ausbaufähig.
Am schwächsten waren Rookie Guard Alijah Vera-Tucker (sechs Pressures), Center Connor McGovern (PFF 45,4) und RG Greg Van Roten (PFF 54,3). Also wie bereits oft vermutet liegt das Hauptproblem in der interior Line.

FS Sheldrick Redwine

Der Ersatz für den verletzten LaMarcus Joyner war eine Katstrophe. Er ließ den TD von Robby Anderson zu, indem er ihn ohne Gegenwehr passieren ließ (57 Yards) und war weiterhin für einen 26 Yard Pass auf DJ Moore verantwortlich, da er eine Coverage komplett in den Sand setzte.

Linebacker

Die Linebacker wurden von PFF in der Luft zerrissen. Rookie Hamsah Nasirildeen hatte massive Probleme in der Run Defense (PFF 27,6) und CJ Mosley muss auch noch zurück zu alter Stärke finden (PFF 29,3, ein missed Tackle, fünf von sechs Pässen zugelassen für 40 Yards).
Dass der frisch in den aktiven Kader beförderte Del’Shawn Phillips der stärkste der Unit war ist eine dicke Überraschung (PFF 62,8 bei 57 Snaps).

Fazit

Basti