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Tell me why - I don' like mondays

Boomtown Rats

(dieses Review wurde vor der Entlassung von Gregg Williams geschrieben – Anm. d. Red.)

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Was zur Hölle war das?

Was soll man als Jets Fan denken, fühlen, hoffen, wollen? Und was kann man aushalten? Fragen über Fragen, die einen heute begleiten, wenn man es mit der Gang Green hält.

Gestern waren die 6-5 Raiders zu Gast und diese sind in New Jersey ein gern gesehener Gegner. Man hat die letzten sechs Heimspiele gegen die Raiders gewonnen und letztes Jahr konnte man diese sogar mit 34-3 abfertigen. 
Auch gestern stand man kurz vor einem Sieg. Das 0-16 schien abgewendet. Es waren noch 13 Sekunden auf der Uhr. Die Raiders hatten kein Timeout mehr und standen mit 3 & 10 an der 46 der Jets. Ein FG hätte nicht einmal zum Ausgleich gereicht. Hail Mary Situation. Jedes Team schickt drei Passrusher und den Rest irgendwo in Richtung Endzone. Nur nicht Gregg Williams. Er schickt acht Passrusher. Und wirft seine jungen Cornerbacks den Löwen zum Fraß vor.
Neben dem erbärmlichen Playcall darf man auch CB Lamar Jackson nicht aus der Pflicht nehmen. Ist er undrafted und in einer miesen Situation beim 1 on 1 gegen Henry Ruggs, den First Round Pick und schnellsten WR der Draftclass? Natürlich. Aber in einer solchen Situation auf eine angetäuschte Curlroute reinzufallen ist kein Rookiefehler. Das ist dumm. Denn mit Football IQ muss einem klar sein, dass der Gegner überhaupt keine Curl spielen wird, denn damit wäre das Spiel in dieser Situation schlicht vorbei. Situational Awareness.
Aber das nur am Rande. 

Gregg Williams Call war Wahnsinn. Nicht erklärbar. In den letzten 15 Jahren gab es ligaweit 252 Plays, die die folgenden Kriterien enthält:
-letzte 15 Sekunden
-Führung mit 4-8 Punkten
-mehr als 40 Yards zur Endzone

Kein einziges Team hat in dieser Situation JEMALS mehr als sechs Passrusher geschickt. Und Gregg Williams hält es für eine gute Idee, den All Out Blitz zu callen. 
Das Ergebnis haben wir alle gesehen. Ein langer TD auf Henry Ruggs und das Spiel war verloren. Manche freuten sich, weil man den First Overall weiterhin hält. 
Ich persönlich war verletzt, sauer und enttäuscht. Denn 0-16 ist für mich keine Option. „Historisch schlecht“ fühlt sich einfach grausam an. 

Falls sich nun aber jemand fragt, ob die Niederlage Absicht war und der Call von langer Hand geplant, dem kann man schnell den Zahn ziehen. Gregg Williams wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach der Saison entlassen. Und auch die Spieler haben kein Interesse daran, ein Spiel zu verlieren, da es für sie um Jobs geht. Der Vorwurf des absichtlichen Tankings ist nicht mehr und nicht weniger als eine Verschwörungstheorie.

Der Rest des Spiels

Ich gehe diesmal nicht das ganze Spiel durch, denn das Ende definierte das gesamte Spiel. Deshalb gehe ich in den „Preseason Modus“ und möchte eher auf einzelne Situationen oder individuelle Leistungen eingehen. Man hätte das Spiel gewinnen können (MÜSSEN!). Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn wie bereits in den letzten beiden Wochen war man konkurrenzfähig und nicht vollkommen verloren.
Football ist aber wie fast jeder Wettkampf ein Ergebnissport und es interessiert niemanden, wenn man „fast gewonnen hätte.“ Man hat verloren. 0-12. Punkt.

Offense

Früh im Spiel verletzte sich Methusalem RB Frank Gore mit einer vermutlichen Gehirnerschütterung. Da auch Rookie La’Mical Perine auf IR steht waren es Ty Johnson und Josh Adams, die sich das Backfield teilten. Und diese machten ihren Job ausgesprochen gut.
Es wirft kein gutes Licht auf unseren offensiven Coaching Staff, dass man diesen beiden vorher keine ernsthafte Chance gab, sich zu beweisen. Denn sie können Football spielen. 
Viele Power Runs über die Seite von Mekhi Becton führten zu Running Lanes und Ty Johnson beendete den Tag mit 104 Yards aus 22 Versuchen (1 TD) für einen Topwert von 4,7 Yards im Schnitt. Dahinter war Josh Adams mit 8 Versuchen für 74 Yards ebenfalls mit großartigen 9,7 Yards im Schnitt ausgezeichnet.
Ty Johnson trug sogar noch weitere 13 Yards aus zwei Catches bei. 
Er ist der erste Runner mit 100+ Yards in einem Jets Game der letzten zwei Jahre.
Mekhi Becton war ein absolutes Monster im Runblocking. Wo er vorblockt, da ist auch Platz.
Im Pass Blocking hatte er gestern hingegen ein paar Probleme und war verantwortlich für den ersten Strip Sack von Clelin Ferrell. Der Block war nicht gut gesetzt und er wurde über die Edge geschlagen. Kann passieren und er ist ein Rookie. Aus Fehlern lernt man. Auch ein zweiter Strip Sack kam über seine Seite, jedoch kann man hier auch eine Portion der Verantwortlichkeit an LG Pat Elflein und Sam Darnold geben, da Sam den Ball zu lang hielt und die Abstimmung zwischen Elflein und Becton nicht stimmte. Man öffnete die Lücke zwischen sich zu früh und machte dadurch ein Gap und freie Bahn zum QB zu.

Denzel Mims wurde zu wenig eingebunden, konnte aber mit einem seiner beiden Catches die große Stärke des „Yards after Catch“ zeigen. 40 Yards trug er zur Offense bei.

Jamison Crowder fing beide Touchdowns und war wie so oft die beleibteste Anspielstation für Sam Darnold (5 Catches, 47 Yards). 

Sam Darnold spielte solide. Die Perspektive auf ihn scheint manchmal etwas verzerrt, denn man erwartet mittlerweile wirklich nichts mehr. Seine Stats: 14/23, 186 Yards, 2 TD, 1 INT / 3 Rushes, 26 Yards, 1 TD. 
Man möchte eine solide Leistung nicht madig machen.
Aber neben den vernünftigen Plays steht auch eine Interception, die mal wieder ein ziemlicher Neckbreaker war. Beim Stand von 13-10 und noch 3:45 in der ersten Halbzeit warf er den Ball in einer Curlroute auf Breshad Perriman, der eng gedeckt war. Eine furchtbare Entscheidung zu einem schlechten Zeitpunkt, denn die Raiders gingen anschließend mit einer 17-13 Führung in die Halbzeit.
Sam hat drei Touchdowns auf der Habenseite. Eine gute Sache. Aber eben auch drei Turnover (von denen er für zwei, bzw. eineinhalb verantwortlich ist). 

Auch Center Connor McGovern machte übrigens eines seiner besten Spiele der Saison.

Defense

Die Defense war phasenweise okay, was individuelle Leistungen angeht. Jedoch ist das gesamte Scheme so furchtbar gewesen und ohne jegliche Adjustments dahergekommen, dass die Raiders ein einfaches Prinzip fahren konnten: Wirf den Ball auf Darren Waller. Der Tight End (!!!) hatte am Ende des Tages DREIZEHN Catches für ZWEIHUNDERT Yards und einen Touchdown. Bei SIEBZEHN Targets. Das ist natürlich zum einen der Situation geschuldet, dass man mit Harvey Langi und Neville Hewitt zwei Inside Linebacker hat, die nicht ansatzweise in der Lage sind, in der Coverage zu spielen. Aber man müsste dann auch irgendwann auf die Idee kommen, mit anderen Mitteln gegen dieses Mismatch vorzugehen. Das passierte nicht. Sechs verschiedene Spielern stand er bei 16 Targets gegenüber. Einmal wurde er überhaupt nicht gedeckt. Statt Doubleteams oder dem Anpassen der Zonen wurde stumpf weitergemacht und Waller wurde nicht besonders in Augenschein genommen. Das Ergebnis waren diverse Big Plays und First Downs.

In der Defensive Line spielten erneut Foley Fatukasi (1 Pass Breakup, 1 Forced Fumble, 2 Defensive Stops) und Quinnen Williams (1 Sack, 4 QB Pressures, 1 QB Hit, 3 Defensive Stops) ein ausgezeichnetes Spiel. Auch Neville Hewitt war, wenn es denn nicht gegen den Pass ging, stark. Er konnte auch einen Sack beisteuern und viele Tackles erzielen (sechs Solo Tackles, fünf Defensive Stops). Dafür, dass er eigentlich nur Backup ist, macht er einen soliden Job.
Eine positive Überraschung war CB Javelin Guidry, der einige Male positiv auffallen konnte. Er verursachte den spektakulären Forced Fumble gegen Henry Ruggs und konnte vier Defensive Stops verbuchen. Nicht schlecht für einen undrafted Rookie.

Insgesamt konnte man die Raiders – abseits von den fehlenden Antworten auf Derek Carr / Darren Waller – relativ gut in Schach halten. Man produzierte auch zwei Turnover und drei Sacks. Aber die fehlende Antwort auf Waller in diesem Ausmaß geht eindeutig auf das Coaching. Und der letzte Spielzug wurde ja bereits behandelt…

Fazit

The Tank is alive. Die Jaguars haben verloren und man steht aufgrund seiner eigenen Niederlage nach wie vor auf dem 32. Platz. Trevor Lawrence kommt immer näher.

Schade, dass einem das Gefühl eines eigentlichen „competitive games“ durch diesen Irrsinn am Ende genommen wurde. 

Basti