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New York Jets
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"Wie gewonnen so zerronnen"

oder aber „Geschichte wiederholt sich nicht,...

…aber sie reimt sich“. So oder so ähnlich dürften sowohl Jets-Fans als auch die Verantwortlichen und das Team während und nach dem Spiel am Sonntag gedacht haben. Nachdem zum Ende des Spiels gegen die Panthers das Gefühl aufkam, dass etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen sei – um an Bastis Recap aus der letzten Woche anzuknüpfen –, wurde es an diesem Sonntag, vor allem in der Offense, sehr schnell ziemlich düster.

Aber der Reihe nach. Zum ersten Heimspiel der Saison reisten die Patriots ins MetLife, welche nach dem ersten Spieltag ebenfalls mit einem 0-1 Record im Gepäck anreisten. Vor Selbstvertrauen strotzend war der Gegner aus Boston somit auch nicht. Tatsächlich zeigte unsere Defense auch für lange Zeit eine hervorragende Leistung. So konnte man die Gäste im ersten Drive direkt punktlos vom Feld schicken und als Fan hatte man die Hoffnung, dass heute doch was gehen könnte. Doch dann begann das Desaster.

„Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich“ (Mark Twain)

Jets QB Zach Wilson gab zwar an, dass er an diesem lauen Herbstnachmittag in New York keine Geister sah, jedoch erinnerte die Leistung stark an das berühmte „I see Ghosts“-Spiel eines ehemaligen jungen Jets QB gegen die Patriots. Am Ende der ersten Halbzeit hatte Wilson genauso häufig zum eigenen wie zum gegnerischen Spieler geworfen – jeweils dreimal. Er ist damit der erste Jets Quarterback, der zwei Interceptions bei seinen zwei ersten Würfen innerhalb eines Spiels geworfen hat. In der NFL kam dies das letzte Mal 2011 vor. Tarvaris Jackson kam für die Seahawks damals gegen die Rams zu dieser zweifelhaften Ehre.

Dennoch war – zumindest ergebnistechnisch – zur Halbzeit noch alles drin für die Gang Green. Denn Dank einer hervorragenden Defensivarbeit stand es, trotz der erwähnten drei Turnover, zur Halbzeit lediglich 3:13 aus Sicht der Jets. Dazu erhielt man zum Auftakt der zweiten Halbzeit selbst den Ball, wodurch es durch jeden eigenen Score zu einem One-Score-Game gekommen wäre. Doch es erfolgte der finale Genickbruch. Bei einem 2nd & 28 von der eigenen 24 Yard Line wollte Wilson ein Big-Play erzwingen und warf einen unsauberen Pass, an dessen Ende nicht ein Jets-Receiver in der Nähe des Balles war. Es resultierte seine vierte Interception des Spiels.

Danach war in der Jets Defense der Wille gebrochen. Damien Harris lief einen 26 Yard Touchdown, bei dem er 7 (halbherzige) Tackles brach und das Spiel auf 19:3 stellte. Hierauf sollten noch zwei Field Goals auf Seiten der Patriots und eins auf Seiten Gang Greens folgen, sodass die Anzeigetafel aus Jets-Sicht zum Ende 6:25 anzeigte.

Die Leistung der Jets(-Offense) ist dabei etwas ambivalent zu bewerten. Insgesamt sind sowohl das Ergebnis als auch der Spielverlauf und die Art und Weise des Auftritts als enttäuschend anzusehen. Stärken, die sich zum Ende des Panthers Spiel zeigten – wie beispielsweise Wilsons Spielweise und die Connection zu Davis – wurden zu Schwächen. Anderseits zeigte die Unit jedoch Verbesserungen in Bereichen, die gegen die Panthers noch große Baustellen gewesen sind. So steigerte sich die O-Line im gesamten – mit Ausnahme von Greg van Roten – und auch die im ersten Spiel wirkungslosen Running Backs zeigten eine Ansprechende Leistung mit über 4 Yards per Rush. Dazu war die Defense bis zur vierten Interception wieder hervorragend, auch wenn die Linebacker-Gruppe noch immer Sorgen macht.

Dennoch, wären in einem der beiden bisherigen Spiele alle positiven Leistungen der beiden Partien zusammengekommen, und im anderen alle schlechten, hätten wir wohl ein Spiel knapp gewonnen, und eins zu Null verloren. Aber hätte, hätte…

Top und Flop

Top

John Franklin-Meyers

Wie bereits letzte Woche der Top-Mann. Er verzeichnete 23 Pressures und einen Sack. Dazu hatte er mit 74,5 das drittbeste PFF-Grade der gesamten Defense.

Michael Carter und Ty Johnson

Generell zeigte sich das Rungame stark verbessert. Zusammen hatten beide 24 Carries für 112 Yards und rehabilitierten sich für die uninspirierte Leistung aus Woche eins. Dazu sahen beide auch außerhalb der einen Zahlen gut aus und wirkten gut aufgehoben aus im Outside-Scheme. Auf diese Leistung lässt sich definitiv aufbauen.

Brexton Berrios

Diesen Namen möchte man in Anbetracht der anderen Namen im WR-Room eigentlich nicht lesen. Dennoch war Berrios sowas wie das Sicherheitsziel von Wilson und wusste das auch umzumünzen. Berrios fing 7 von 11 Targets für 73 Yards. Hiermit führte er die gesamte Unit in Targets, Receptions und Yards an.

Die Cornerbackgruppe

Wie letzte Woche muss auch hier die Cornerbackgruppe erwähnt werden. Man hielt die gesamte Patriots Offense bei 186 Receiving Yards und blieb auch im zweiten Spiel ohne Touchdown gegen sich. Gerade wenn man bedenkt, wie jung unsere CBs sind und wann sie gedrafted wurden, eine jetzt schon überraschend gute Leistung unserer Unit. Vor allem Bryce Hall könnte sich hier als Steal erweisen – im Tackling war er laut PFF in diesem Spiel schon sehr nah an Elite (Wert von 79,9).

Flop

Zach Wilson

Leider müssen wir hier mit unserem QB starten. Wilson hatte eines der schlechtesten QB-Spiele aller Zeiten. Zu den besagten vier Interceptions kamen laut PFF drei weitere „Turnover-worthy Plays“. Es hätten also im schlimmsten Fall auch SIEBEN Interceptions im Statistikbogen stehen können. Laut PFF hatte Wilson insgesamt mehr „Turnover-worthy Plays“ (7%) als „Big-Time Throws“ (5,4%). Das QB-Rating von 8,8 spricht hierbei auch eine deutliche Sprache.

Corey Davis

Ein weiterer klarer Flop, der auch in der letzten Woche Top war. Davis sollte unser WR1 sein. Davon war in diesem Spiel leider jedoch gar nichts zu sehen. Er war fast nie anspielbar, fing von fünf Targets nur zwei. Dazu war er bei den ersten beiden Interceptions der anvisierte Receiver – auch wenn die Interceptions auf Wilson gehen. Von einem echten WR1 muss mehr kommen.

Greg van Roten

Unser Sorgenkind in der O-Line. Während alle anderen Starter solide Leistungen zeigten, erlaubte van Roten sechs Hurries und hatte zwei Sacks zu verantworten. Van Roten ist zurzeit das schwächste Glied der Kette und der einzige aus der O-Line, der sich im Vergleich zur letzten Woche nicht steigern konnte.

Hamsah Nasirildeen

Unser Rookie LB mit der zweiten katastrophalen Leistung, und das vor allem im Tackling und im Runstop. 22,2 PFF Grade im Tackling und 25,2 in der Run D sprechen eine deutliche Sprache. Damit gehört er zu den schlechtesten Spielern in der gesamten NFL in dieser Kategorie. Da helfen dann auch keine soliden Coverage Fähigkeiten.

Right Direction

Als letztes möchte ich noch Spieler aufführen, die noch nicht gänzlich Top waren, die sich aber durchaus in die richtige Richtung entwickeln.

C.J. Mosley

Der Rost scheint langsam von ihm abzufallen. Laut PFF war er sogar der beste Jets-Defender auf dem Feld. Würden die reinen Coverage und Pass-D Skills bewertet werden hätte ich ihn auch in die Kategorie Top aufgenommen. Gegen den Lauf war Mosley zwar auch ganz gut (PFF 65,1), jedoch nicht so stark wie er als Elite LB – wie er nun mal bezahlt wird – sein müsste. Daher fällt er in diese Kategorie.

Die Offensive Line (ausgenommen van Roten)

Im Vergleich zur Vorwoche haben alle Starter, bis auf den genannten van Roten, einen deutlichen Schritt in die Richtige Richtung gemacht. Laut PFF waren unter den besten sechs offensiven Spielern vier O-Liner. Rechnet mit Jeff Smith als Rotationsspieler und Michael Carter als noch nicht Leadback raus, waren vier O-Line-Starter laut PFF auch die vier besten Offensespieler. Hier geht es auf jeden Fall in die richtige Richtung. Besonders McGovern war dabei herausstechend, mit einer Elitebewertung von 85,5. Nur weil ich die O-Line im Verbund bewerte, war dieser nicht bei den Tops dabei. Steigerungspotenzial besteht trotz positiver Entwicklung jedoch auch bei Vera-Tucker, der im Passblock lediglich eine 33,8 als Bewertung erhalten hat.

Elijah Moore

8 Targets, 4 Receptions und 47 Yards. Die reinen Statistiken sehen jetzt nicht überwältigend aus. Dennoch war es wichtig diesen Schritt in die richtige Richtung zu sehen, nachdem Moore im ersten Spiel noch für Minusyards verantwortlich war und zwei Drops hatte. Moore scheint sich dem Speed in der NFL anzupassen, und man bekommt eine Idee davon, welches Potenzial in ihm steckt. Dazu würde seine Statline noch eindrucksvoller aussehen, hätte Wilson ihn bei einem Outside-Pass etwas besser getroffen. Zwar konnte Moore diesen fangen, musste jedoch direkt ins Aus laufen und konnte nicht im Feld bleiben. Wäre der Pass etwas weiter inside gewesen wäre noch einiges an Yards after Catch möglich gewesen, ggfls. sogar der erste Touchdown in Moores Karriere.

Fazit

Felix