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Denver Broncos
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"Hoffnung ist der erste Schritt...

…auf der Straße der Enttäuschungen“ ist ein derzeit sehr passendes Zitat zur Situation von Jets-Fans aus der Feder des Schriftstellers Henry Mecken. Nach der doch sehr enttäuschenden Niederlage gegen die Patriots in Woche zwei war doch so etwas wie Hoffnung auf Besserung im Spiel bei den Broncos vorhanden. Mit Hoffnung ist in diesem Fall jedoch nicht einmal ein Sieg gemeint, sondern eher, dass an die positiven Teilleistungen der ersten beiden Spiele angeknüpft werden soll.
Zu Beginn konnte sogar kurzzeitig weitere Hoffnung aufkeimen, nachdem die Broncos-Offense nach fünf Plays das Feld wieder verlassen musste. Diese sollten sich jedoch im weiteren Verlauf in keinster Weise erfüllen – willkommen auf der Straße der Enttäuschungen.

Nach fünf eigenen Possessions und vier der Broncos gab es für alle Fans zum Glück eine Erholungspause – beim Stand von 0:17 aus Sicht der Jets war Halbzeit. Zuvor hatte die Jets Offense sage und schreibe 55 Yards Raumgewinn zustande gebracht – inklusive eines 13 Yard Runs durch Ty Johnson. Auch die Defense war nicht mehr in der Lage die Offense der Broncos zu stoppen und ließ drei Scoring Drives (zwei davon Touchdowns) zu.

Trotz dieser sehr deutlichen ersten Halbzeit gab es jedoch sicherlich weiterhin Jets-Fans, die auf eine mögliche Aufholjagd hofften. Vielleicht existierte diese Hoffnung auch im Team der Jets, schließlich erhielt man zu Beginn der zweiten Halbzeit zuerst den Ball. Nach einer Minute Spielzeit in der zweiten Hälfte sollten jedoch auch die letzten Fans auf der Straße der Enttäuschungen angekommen sein. Wer nämlich Adjustments während der Halbzeit erwartet hat, und eventuell auf einen gescripteten ersten, erfolgreichen Drive gehofft hat, wurde enttäuscht. Nach besagter Minute und acht Yards Raumgewinn puntete man gezwungenermaßen den Ball schon wieder. Zwar konnten die Broncos im Anschluss auch nicht direkt punkten, mussten sie jedoch auch nicht. Generell schalteten die Broncos in der Offense einen Gang zurück, da die Jets auch in der zweiten Halbzeit nicht annähernd gefährlich wurden. Die beiden längsten Drives der Jets kamen so auch in der zweiten Halbzeit. Einer für 34 Yards, welcher in einem Turnover on Downs endete. Der zweitlängste Drive von 33 Yards endete mit der ersten Interception Wilsons – eine zweite sollte im weiteren Verlauf noch folgen.

Am Ende steht somit die zweite Niederlage ohne eigenen Touchdown mit dem Ergebnis von 0:26 und der Quintessenz: Dieses Team war hoffnungslos unterlegen. Viel schlimmer als diese Unterlegenheit ist aber der Eindruck, dass die Entwicklung des Teams in die völlig falsche Richtung geht, sowohl leistungsbezogen als auch im Teamgefüge. War von Woche eins zu Woche zwei schon ein Rückschritt zu erkennen, erfolgte zur dritten Woche in der gesamten Teamleistung ein weiterer, noch größerer Rückschritt. Als wäre dies nicht schon alarmierend genug wird der Eindruck erweckt, dass es auch innerhalb des Locker-Rooms bereits brodelt. So ließ Greg van Roten – welcher sich zwar verbessert, dennoch maximal eine durchschnittliche Leistung zeige – verlauten, dass Zach Wilson lernen müsse den Ball loszuwerden. An dieser Aussage mag zwar was dran sein, allerdings gehören solche Aussagen nicht in die Öffentlichkeit. Vor allem nicht nach drei Wochen in einer Saison mit einem Rookie-QB, und dann von einem Spieler, der bis dato der schlechteste einer durchwachsenen O-Line gewesen ist. Man darf gespannt sein, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt.

Unter dem Strich stehen die Jets jetzt bei 0:3 und sind das erst dritte Team der Geschichte, welches zwölf Spiele in Folge im September verloren hat. Zach Wilson steht bei zwei Touchdowns zu sieben Interceptions, die Jets warten weiterhin auf den ersten Rushing-TD der Saison und das erste 100 Yards Receiving Game eines Spielers. Nochmal zurück zu Wilson. Dieser hatte im letzten Spiel einen Schnitt von 3 Yards pro Pass, unterirdisch. Dies soll Kritik an der ganzen Offense und den OC sein, nicht alleine an Wilson. Von einer erhofften modernen, innovativen Offense ist noch nichts zu sehen. Im Gegenteil, es wird beispielsweise viel zu lange an 12-Personell (1 RB 2 TE) festgehalten, obwohl wir einen der schwächsten TE-Rooms haben. Eine vielversprechendere Möglichkeit könnte ein 11-Personell (1 RB 1 TE) oder ein 10-Personell (1 RB 0 TE) sein, um dem tiefen WR-Corps eine Chance zu geben. In der nächsten Woche sind die Titans dann im MetLife zu Gast. Eventuell besteht ja die Hoffnung, dass gegen eine der bisher schlechtesten Passverteidigungen der Liga ein Umdenken stattfindet, und unsere WR erfolgreicher eingesetzt werden. Denn es gibt ja da noch ein anderes Zitat mit der Hoffnung, nämlich das, in der diese zuletzt stirbt…

Top und Flop

Top

Michael Carter II

Bei einer 0:26 Niederlage fällt es natürlich schwierig „Tops“ zu verteilen. Dennoch möchte ich Michael Carter II hier nennen. Als 5. Rundenpick muss er als Starter direkt Verantwortung übernehmen, und am Sonntag hat er dies hervorragend gemacht. Laut ESPN hatte er 2 Solotackles und 4 Assists. Daneben hatte er seine Gegenspieler gut im Griff und wurde durch PFF mit der besten Bewertung aller Jets-Spieler mit einer 76,4 belohnt. Ein für einen 5. Runden CB unglaublich guter Wert.

Flop

(Fast) Die gesamte Offense

Hier möchte ich fast keine Ausnahmen machen. (Fast) Die gesamte Offense, inklusive OC und Playcalling war an diesem Sonntag nicht NFL würdig. Angefangen von der O-Line – bei der man zumindest George Fant (82,7 Pass Block und 86,2 Overall PFF) ausklammern könnte –, über die TE und WR bis hin zu Zach Wilson und unseren RBs. Niemand hat an diesem Sonntag gezeigt, dass er in die NFL gehört. Dabei ist das Talent durchaus da. Es wurde ja in beiden Spielen phasenweise gezeigt. Im ersten durch die Pass-Offense, im zweiten durch den Rush. Dieses Mal war unsere Offense jedoch nicht existent. Und daher geht der größte Flop hierbei an OC Mike LaFleur, der es bisher nicht schafft ein System und eine Offense zu installieren, die modern ist und die Stärken der einzelnen Spieler berücksichtigt. Stattdessen wird ein Cole auf der Bank gelassen, um weiterhin mit zwei TEs auf dem Feld zu stehen, die in vielen anderen Franchises vermutlich TE 3, bestenfalls 2 wären. Ebenso werden Wilson keine einfachen Completions ermöglicht. Hier muss Besserung eintreten, andernfalls ist man eventuell bereits im Laufe der Saison gezwungen Ausschau nach einem anderen OC zu halten.

C.J. Mosley

Sah es letzte Woche noch so aus, als würde sich Mosley zurück zu alter Form bewegen, erfolgte in dieser Woche eine wahre Bruchlandung. Bis auf ein Monster-Tackle an der eigenen 1-Yard Line war Mosley nämlich hemmungslos überfordert, und das sowohl gegen den Lauf als auch gegen den Pass. Mosley erhielt mit 33,0 PFF das zweitschlechteste Grade aller Jets-Spieler (Offensiv und Defensiv). So ist Mosley alles andere als der QB der Defense. Hoffen wir mal, dass diese Leistung ein Ausrutscher gewesen ist.

Right Direction

Quinnen Williams

Zum Abschluss noch einmal etwas Hoffnung für uns Fans. Quinnen Williams scheint sich mehr und mehr im Scheme von Robert Saleh zurechtzufinden. Er erzielte gegen die Broncos seine ersten 1,5 Sacks der Saison und konnte zusätzlich 4 Tackles verbuchen. Auch PFF sah ihn mit 75,6 als gut an. Hervorzuheben ist hierbei vor allem die Vielseitigkeit Williams´, sein schlechtester Wert war mit 66,9 in der Run-D, ein Wert der jedoch auch akzeptabel ist.

Fazit

Felix